- Teilnahmerekord bei 5. Schwimm-Demo Schöneweide
- Bürgerinitiative fordert zügige Umsetzung eines durchgehenden Uferwegs
- Foto- und Videomaterial zum Download
Unter dem Motto „Von der HTW bis zum Kaisersteg – Ufer frei!“ fand am 4. 7. 2026 die fünfte Schwimm-Demo in Schöneweide statt. Insgesamt 212 Teilnehmer*innen sind für einen durchgehenden öffentlichen Uferweg zwischen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und dem Kaisersteg geschwommen und haben demonstriert. Anwohner*innen, Student*innen der HTW und Berliner*innen sind rund 550 Meter auf der Spree geschwommen und setzten damit ein sichtbares Zeichen für einen frei zugänglichen Uferweg.
Doch das Ziel der Anstrengungen ist noch nicht erreicht …
Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner (Bündnis 90/Die Grünen) sagte über die Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümern: „Die Gespräche laufen nicht erfolgreich. Es ist frustrierend.“ Das Bezirksamt sucht weiterhin das Gespräch mit den Grundstückseigentümern und sie sei mit dem Wasserschifffahrtsamt, um einen eventuellen Steg über das Wasser zu bauen.
„Seit vielen Jahren warten die Menschen in Schöneweide auf einen durchgehenden Uferweg. Jetzt ist entschlossenes Handeln des Bezirksamtes erforderlich. Denn die freiwilligen Verhandlungen mit den Eigentümern führen offenbar zu keinen Ergebnissen“, sagt Michael Kleineberg, Sprecher der Bürgerinitiative Schöneweider Ufer.
„Die Spree gehört uns allen. Auch die Stadt gehört uns allen. Wir sollten das Recht haben, an diesem Ufer entlangzulaufen.“, sagt Anna, die in der Nähe der HTW wohnt. Yvonne wohnt schon seit 22 Jahren in Schöneweide und macht wiederholt an der Schwimm-Demo mit: „Uferflächen sollten für alle frei sein. Wasserflächen sind gerade in einer Stadt, die trocken ist, nützlich.“
Der betreffende Uferabschnitt ist bis heute durch Zäune versperrt. Fußgänger*innen, Radfahrer*innen müssen zwischen der HTW und dem Kaisersteg erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Bereits 2009 hatte die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick beschlossen, für diesen Bereich einen Bebauungsplan aufzustellen.
„Wir begrüßen, dass das Bezirksamt nun einen neuen Weg einschlagen will. Entscheidend wird aber sein, dass dem angekündigten Bebauungsplan nun auch ein konkreter Zeitplan folgt. Solange der Uferweg nicht geöffnet ist, werden wir den öffentlichen Druck aufrechterhalten“, sagte Sami Atris, Organizer der Berliner Bürgerplattformen.
Die Bürgerinitiative engagiert sich seit vielen Jahren für einen öffentlichen Zugang zum Spreeufer. Unter anderem haben sie bisher die Öffnung mehrerer Uferabschnitte in Nieder- und Oberschöneweide sowie die Übernahme ihrer Vorschläge in die Uferwegkonzeption des Bezirks erreicht.
Die heutige Demonstration wurde von Wasserrettungskräften des Arbeiter-Samariter-Bundes begleitet. Die Bürgerinitiative kündigte an, die Schwimm-Demonstration im kommenden Jahr erneut zu veranstalten, falls der Uferweg bis dahin weiterhin nicht durchgängig öffentlich zugänglich ist.

